Dienstag, 30. Dezember 2014

Verben mit obligatorischem "es"






Einige Verben und Ausdrücke erfordern ein obligatorisches es. Dazu gehören

Wetterverben
Bei diesen Verben steht es immer im Nominativ.
Beispiele: “Wetterverben”
regnen: Heute regnet es.
schneien: Gestern hat es geschneit.
winden: An der Küste windet es stark.

Einige weitere Verben, meist mit Präposition

Bei diesen steht es entweder im Nominativ oder im Akkusativ.
Beispiele: es im Nominativ:
ankommen auf: Es kommt darauf an, wie viel Geld ich habe.
fehlen an: Es fehlt ihm an Deutschkenntnissen.
gehen um: In dem Text geht es um das Thema „alternative Energien“.
Beispiele: es im Akkusativ
es anlegen auf: Der Schüler legt es darauf an, dass er vom Lehrer bestraft wird.
es versuchen mit: Klavierspielen macht mir keinen Spaß, jetzt versuche ich es mit Gitarrespielen.

Einige Ausdrücke mit Adjektiv und Verb

Beispiele:
es sich (+ Adjektiv) machen: Thomas macht es sich leicht, wenn er sagt, dass ihn das nicht interessiert.
es gut (schlecht) meinen: Der Chef meint es gut (schlecht) mit den Mitarbeitern.
es weit bringen: Thomas hat es weit gebracht, er ist der Chef von 500 Mitarbeitern.

Einige feste verbale Ausdrücke
Beispiele:
es gibt („vorhanden sein“): In Deutschland gibt es viel Industrie.
es abgesehen haben auf („haben wollen“): Die Einbrecher hatten es auf die Diamanten abgesehen.
es heißt („man sagt“): Es heißt, dass die Firma vor der Pleite steht.
es gilt („man muss“): Jetzt gilt es alle Kräfte zu mobilisieren.

Die Verben werden, sein und bleiben
Die Verben werden, bleiben und sein werden in Verbindung mit „Wetteradjektiven“ mit es benutzt.
Beispiele: “Wetter”
werden: Es wird warm.
bleiben: In den nächsten Tagen bleibt es kalt.
sein: Hier ist es sehr heiß.

Das Verb werden auch bei Zeitveränderung:
Beispiel: “Zeitveränderung”
werden: Es wird Nacht.



Mittwoch, 24. Dezember 2014

Das Verb "brauchen"



Das Verb brauchen kann als Vollverb und als Modalverb verwendet werden.

brauchen als Vollverb
Wenn brauchen als Vollverb verwendet wird, hat es die Bedeutung benötigen.
Beispiele: Vollverb brauchen = benötigen
Ich brauche einen neuen Computer.
= Ich benötige einen Computer.
 Die Bedeutung des Vollverbs brauchen ist manchmal schwer von dem Verb gebrauchen zu unterscheiden. Gebrauchen bedeutet benutzen, verwenden. In manchen Kontexten sind beide Verben möglich.
Beispiel: gebrauchen/brauchen
Zum Kochen gebraucht man normalerweise einen Herd. = Zum Kochen benützt man normalerweise einen Herd.
Zum Kochen braucht man normalerweise einen Herd. = Zum Kochen benötigt man normalerweise einen Herd.

brauchen als Modalverb
Die Verwendung von brauchen als Modalverb ist standardsprachlich nur mit Negation und zu korrekt und hat die Bedeutung nicht müssen.
Beispiele: Modalverb nicht brauchen zu
Der Student braucht die Prüfung nicht zu machen.
= Der Student muss die Prüfung nicht machen.
Allerdings wird nicht brauchen in der gesprochenen Sprache auch häufig ohne zu verwendet.
Beispiel: brauchen (zu)
Standardsprache: Der Student braucht die Prüfung nicht zu machen.
gesprochene Sprache: Der Student braucht die Prüfung nicht machen.

Die Perfektbildung von brauchen
Die Pefektbildung von brauchen unterscheidet sich, je nachdem ob brauchen als Vollverb oder als Modalverb verwendet wird.

Perfekt des Vollverbs brauchen
Das Perfekt von brauchen als Vollverb wird mit dem Hilfsverb haben und dem Partizip II gebildet.
Perfekt von brauchen (als Vollverb) = haben + Partizip II
Beispiel: Perfekt von brauchen
Präsens: Ich brauche einen neuen Computer.
Perfekt: Ich habe einen neuen Computer gebraucht.

Perfekt des Modalverbs nicht brauchen zu
Das Perfekt von nicht brauchen zu als Modalverb wird mit dem Hilfsverb haben, dem Infinitiv des Vollverbs und dem Infinitiv von brauchen gebildet.
Perfekt von nicht brauchen zu (als Modalverb) = haben + Infinitiv (Vollverb) + Infinitiv brauchen
Beispiel: Perfekt von nicht brauchen zu
Präsens: Der Student braucht die Prüfung nicht zu machen.
Perfekt: Der Student hat die Prüfung nicht zu machen brauchen.




Montag, 22. Dezember 2014

Deutsch üben 7 - Schwierige Wörter (B1-C2)



- Ein Lern- und Übungsbuch für Deutschlerner mit Grundkenntnissen
- Schwierige Wörter und ihren Gebrauch lernen, üben und nachschlagen
- Übungsschwerpunkte: Rektion von Verben, Nomen und Adjektiven, Beseitigung entscheidender Fehlerquellen
- Beispielsätze und Einsetzübungen zu jedem Wort
- Alphabetisches Register mit allen behandelten Wörtern zum Nachschlagen
- Direkte Lernkontrolle durch integrierten Lösungsschlüssel
- Zum Selbstlernen und als Ergänzung zum Unterricht







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Worterklärung
Übungen & Lösungen


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Samstag, 20. Dezember 2014

Das Verb "lassen"




Das Verb lassen kann als Vollverb und ähnlich wie ein Modalverb mit einem zweiten Verb im Infinitiv verwendet werden. Die Bedeutung von lassen ändert sich entsprechend. Sich lassen dient in der 3. Person auch als Passiversatzform.

Beispiele: lassen
Vollverb = “nicht mehr tun”: Ich lasse das Rauchen. (=Ich rauche nicht mehr.)
modalverbähnlich (1) = „veranlassen“: Ich lasse mein Fahrrad reparieren.
modalverbähnlich (2) = „erlauben“: Die Mutter lässt die Kinder bis spät in die Nacht fernsehen.
Passiversatzform sich lassen (3. Person) = können (+ Passiv): Das Auto lässt sich reparieren. (= Das Auto kann repariert werden.)

Beachte: In der Bedeutung “veranlassen” kann lassen auch reflexiv verwendet werden.
Beispiel:
nicht reflexiv: Die Eltern lassen das Kind operieren.
reflexiv: Mein Großvater lässt sich operieren.
Diese reflexive Verwendung muss man von der Passiversatzform unterscheiden.
Beispiele:
modalverbähnlich reflexiv: Mein Großvater lässt sich operieren.
(Bedeutung: Mein Großvater veranlasst, dass er operiert wird.)
Passiversatz: Der Tumor lässt sich operieren.
(Bedeutung: Der Tumor kann operiert werden./Es ist möglich, den Tumor zu operieren.)
Übrigens: Die reflexive Verwendung unterscheidet lassen von echten Modalverben, die nicht reflexiv verwendet werden können.

Die Perfektbildung von lassen
Das Perfekt des Vollverbs lassen wird mit dem Hilfsverb haben und dem Partizip II gebildet. Bei allen anderen Verwendungen benützt man den Infinitiv des ersten Verbs und den Infinitiv von lassen. (“zweimal Infinitiv”)

Perfekt von lassen = haben + Infinitiv (Verb 1) + Infinitiv (lassen)/Partizip II (lassen)

Beispiele: Präsens – Perfekt von lassen
Vollverb: Ich lasse das Rauchen. – Ich habe das Rauchen gelassen.
modalverbähnlich (1): Ich lasse mein Fahrrad reparieren. Ich habe mein Fahrrad reparieren lassen.
modalverbähnlich (2): Die Mutter lässt die Kinder bis spät in die Nacht fernsehen. – Die Mutter hat die Kinder bis spät in die Nacht fernsehen lassen.
Passiversatzform: Das Auto lässt sich reparieren. – Das Auto hat sich reparieren lassen.
In der gesprochenen Sprache verbreitet sich die Verwendung des Partizips II, wenn lassen wie ein Modalverb verwendet wird, allerdings nicht bei allen Verben.
Beispiel: Perfekt von lassen
Präsens: Das Kind lässt die Teller fallen.
Perfekt: Das Kind hat die Teller fallen lassen. / Das Kind hat die Teller fallen gelassen.


Donnerstag, 18. Dezember 2014

Verben mit Infinitiv ohne "zu"



Bei einigen deutschen Verben kann man wie bei den Modalverben ein Verb im Infinitiv ohne zu ergänzen. Allerdings wird dieser Infinitivanschluss ohne zu auch häufig durch alternative Konstruktionen mit einem dass-Satz oder einer Präposition mit nominalisiertem Verb ersetzt.

Beispiel: sehen
Infinitiv ohne zu: Ich sehe den Bus kommen.
dass-Satz: Ich sehe, dass der Bus kommt.

Beispiel: helfen
Infinitiv ohne zu: Ich helfe meiner Freundin aufräumen.
Präposition + nominalisiertes Verb: Ich helfe meiner Freundin beim Aufräumen.

Die Bildung des Perfekts bei Verben mit Infinitiv ohne zu
Man kann diese Verben nach der Art der Perfektbildung mit Infinitiv bzw. Partizip in drei Gruppen unterteilen.
Gruppe 1: Perfekt mit zweimal Infinitiv
Das Verb sehen bildet das Perfekt mit zweimal Infinitiv.
Perfekt von sehen = haben + Infinitiv (Verb 1) + Infinitiv (sehen)

Beispiel: sehen
Präsens: Ich sehe den Bus kommen.
Perfekt: Ich habe den Bus kommen sehen.

Das Verb sehen wird häufig auch mit einem dass-Satz verwendet.
Beispiel: sehen (alternative Konstruktion)
Präsens: Ich sehe, dass der Bus kommt.
Perfekt: Ich habe gesehen, dass der Bus kommt

Gruppe 2: Perfekt zweimal Infinitiv o d e r Partizip
Bei den Verben hören und helfen gilt auch die Variante mit dem Hilfsverb haben, dem Infinitiv des Modalverbs und dem Partizip II des Vollverbs als korrekt.
Perfekt von hören und helfen = haben + Infinitiv (Verb 1) + Infinitiv (hören, helfen)
o d e r
Perfekt von hören und helfen = haben + Infinitiv (Verb 1) + Partizip II (hören, helfen)

Beispiel: hören
Präsens: Ich höre meine Nachbarin Klavier spielen.
Perfekt: Ich habe meine Nachbarin Klavier spielen hören./Ich habe meine Nachbarin Klavier spielen gehört.

Beispiel: helfen
Präsens: Ich helfe meiner Freundin aufräumen.
Perfekt: Ich habe meiner Freundin aufräumen helfen./Ich habe meiner Freundin aufräumen geholfen.

Das Verb hören wird häufig auch mit einem dass-Satz verwendet.
Beispiel: hören (alternative Konstruktion)
Präsens: Ich höre, dass meine Nachbarn streiten.
Perfekt: Ich habe gehört, dass meine Nachbarn streiten.

Das Verb helfen wird häufig auch mit der Präposition bei mit nominalisiertem Verb verwendet.
Beispiel: helfen (alternative Konstruktion)
Präsens: Ich helfe meiner Freundin beim Aufräumen.
Perfekt: Ich habe meiner Freundin beim Aufräumen geholfen.

Gruppe 3: Perfekt mit Partizip II
Bei allen anderen Verben, die mit einem zweiten Verb ohne Infinitiv mit zu kombiniert werden, bleibt das zweite Verb im Infinitiv und das erste Verb bildet das Partizip Perfekt. Das Hilfsverb richtet sich nach dem ersten Verb.
Perfekt zwei Verben ohne zu = haben/sein + Infinitiv (Verb 1) + Partizip II (Verb 2)

Beispiel: gehen
Präsens: Ich gehe einkaufen.
Perfekt: Ich bin einkaufen gegangen.

Beispiel: fahren
Präsens: Meine Frau fährt einkaufen.
Perfekt: Meine Frau ist einkaufen gefahren.

Beispiel: kommen
Präsens: Maria kommt mich besuchen.
Perfekt: Maria ist mich besuchen gekommen.

Beispiel: bleiben
Präsens: Der Student bleibt im Wohnheim wohnen.
Perfekt: Der Student ist im Wohnheim wohnen geblieben.

Beispiel: lernen
Präsens: Peter lernt kochen.
Perfekt: Peter hat kochen gelernt.

Beispiel: lehren
Präsens: Der Gesangslehrer lehrt singen.
Perfekt: Der Gesangslehrer hat singen gelehrt.

Das Verb gehen und fahren werden häufig auch mit der Präposition zu mit nominalisiertem Verb verwendet.
Beispiel: gehen
Präsens: Ich gehe zum Einkaufen.
Perfekt: Ich bin zum Einkaufen gegangen.

Beispiel: fahren
Präsens: Meine Frau fährt zum Einkaufen.
Perfekt: Meine Frau ist zum Einkaufen gefahren.



Sonntag, 14. Dezember 2014

Die wichtigsten Bedeutungsvarianten der Modalverben





„Ich kann, weil ich will, was ich muss.“
(Immanuel Kant)


können:
Fähigkeit: Ich kann schwimmen.
Möglichkeit: Im Bodensee kann man schwimmen.
Erlaubnis: Du kannst bis 24.00 Uhr bei der Party bleiben. (=dürfen)
Höfliche Frage: Kann ich Ihnen helfen?

wollen:
Wunsch: Ich will im Sommer nach Italien fahren.
Plan, Absicht: Wir wollen nächste Woche heiraten.

dürfen:
Erlaubnis: Du darfst mit deiner Freundin zu der Party gehen.
Recht: Mit 18 Jahren darf man in Deutschland wählen.
Höfliche Frage: Darf ich Ihnen helfen?
Moralische Pflicht (negativ): Man darf zu alten Leuten nicht unhöflich sein.

müssen:
Objektive oder subjektiv empfundene Pflicht: Ich muss die Präsentation für meinen Chef fertig machen.
Moralische Pflicht (nur positiv): Man muss alten Leuten helfen.
Gesetzliche Pflicht: An einer roten Ampel muss man anhalten.
Notwendigkeit: Der Patient muss sofort operiert werden.

sollen:
Empfehlung: Peter soll weniger rauchen.
Moralische Pflicht (positiv): Man soll alten Leuten helfen.
Moralische Pflicht (negativ): Man soll Kinder nicht schlagen.
Aufgabe/Auftrag: Ich soll für meine Oma Getränke kaufen.
Direkte Aufforderung: Sie sollen aufstehen!
Höfliche Frage: Soll ich Ihnen helfen?




Freitag, 12. Dezember 2014

Das Demonstrativpronomen "dieser"







Das Demonstrativpronomen dieser entspricht in seiner Funktion dem bestimmten Artikel. Deswegen wird es in der Umgangssprache oft durch den bestimmten Artikel ersetzt. Grundsätzlich stellt dieser eine zusätzliche Betonung des Artikels dar.

Beispiel:
Welches Brot möchten Sie? Geben Sie mir dieses (das).

maskulin
Singular
Nominativ: dieser Mann
Akkusativ: diesen Mann
Dativ: diesem Mann
Genitiv: dieses Mannes
Plural
Nominativ: diese Männer
Akkusativ: diese Männer
Dativ: diesen Männern
Genitiv: dieser Männer

neutral
Singular
Nominativ: dieses Kind
Akkusativ: dieses Kind
Dativ: diesem Kind
Genitiv: dieses Kindes
Plural
Nominativ: diese Kinder
Akkusativ: diese Kinder
Dativ: diesen Kindern
Genitiv: dieser Kinder

feminin
Singular
Nominativ: diese Frau
Akkusativ: diese Frau
Dativ: dieser Frau
Genitiv: dieser Frau
Plural
Nominativ: diese Frauen
Akkusativ: diese Frauen
Dativ: diesen Frauen
Genitiv: dieser Frauen

Oder kurz:

oder ganz einfach:
Die Deklinationsendungen des Demonstrativpronomens entsprechen den Endungen des bestimmten Artikels.


Donnerstag, 11. Dezember 2014

Alle Formen von "sein" im Indikativ Aktiv



Präsens
ich bin
du bist
er ist
wir sind
ihr seid
sie sind

Präteritum
ich war
du warst
er war
wir waren
ihr wart
sie waren

Perfekt
ich bin gewesen
du bist gewesen
er ist gewesen
wir sind gewesen
ihr seid gewesen
sie sind gewesen

Plusquamperfekt
ich war gewesen
du warst gewesen
er war gewesen
wir waren gewesen
ihr wart gewesen
sie waren gewesen

Futur I
ich werde sein
du wirst sein
er wird sein
wir werden sein
ihr werdet sein
sie werden sein

Futur II
ich werde gewesen sein
du wirst gewesen sein
er wird gewesen sein
wir werden gewesen sein
ihr werdet gewesen sein
sie werden gewesen sein

Dienstag, 9. Dezember 2014

Das Verb "sein"



als Vollverb:
Ich bin Student.
Das Wetter ist kalt.
Es ist 15.00 Uhr. (Uhrzeit)

als Hilfsverb:*
Perfekt: Er ist nach Hause gefahren.
Plusquamperfekt: Er war nach Hause gefahren.
Futur II: Er wird zu Hause angekommen sein.
Konjunktiv 2 Vergangenheit mit sein: Ich wäre nach Hause gefahren.
Konjunktiv 1 Vergangenheit mit sein: Sie sei nach Hause gefahren.
*nur die wichtigsten Formen

als Funktionsverb:
im Einsatz sein: Die Katastrophenhelfer sind pausenlos im Einsatz.
in Betrieb sein: Die Tankstelle ist 24 Stunden in Betrieb.
in Kraft sein: Das Gesetz ist seit Anfang August in Kraft.

in speziellen Konstruktionen:
sein zu + Infinitiv: Die Krankheit ist nicht zu heilen.



Montag, 8. Dezember 2014

Die Verben sein, haben und werden





“Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst.”
(Ernst Bloch – Tübinger Einleitung in die Philosophie)


Die Verben sein, haben und werden kann man als Vollverben, als Hilfsverben, als Funktionsverb und in einigen speziellen Konstruktionen benutzen.

 Vollverb: Das Verb wird wie ein normales Verb benutzt.

Hilfsverb: Das Verb benutzt man um Verbformen zu bilden.

Funktionsverb: Das Verb ist Teil einer festen Nomen-Verb- bzw. Adjektiv-Verb-Verbindung.

Spezielle Konstruktionen: Die Verben sein und haben bilden in Verbindung mit zu Grammatikkonstruktionen, die in ihrer Bedeutung Modalverben entsprechen.


Samstag, 6. Dezember 2014

Deutsch für Pflegekräfte - mit Audio CD -





Zum Download :



Der Gebrauch des Partizips II




Das Partizip 2 kann zur Bildung von Verbformen, als Adverb, (einfaches) Attribut, erweitertes Attribut und als Nominalisierung verwendet werden.

Partizip II zur Bildung von Verbformen
Das Partizip II wird zur Bildung von Verbformen benutzt.
Beispiel:
Perfekt: Ich habe mein Studium abgeschlossen.
Passiv: Das Studium wurde abgeschlossen.
Konjunktiv II: Ich hätte das Studium nicht so schnell abgeschlossen.
Futur II: Nächstes Jahr werde ich mein Studium abgeschlossen haben.

Partizip II als Adverb
Das Partizp II kann auch als Adverb verwendet werden. Wie alle anderen Adverbien bekommt das Partizip II als Adverb keine Endung.
Beispielsätze:
Ein Mann lag verletzt auf dem Boden.
Ich trinke Bier am liebsten eisgekühlt.

Partizip II als Attribut
Als Attribut bekommt das Partizip II dieselben Endungen wie ein Adjektiv.
Beispiele:
Adjektiv – Partizip II
ein schwieriges Studium – ein abgeschlossenes Studium
ein neuer Supermarkt – ein geöffneter Supermarkt
eine aktuelle Studie – eine gestern veröffentlichte Studie
Das Partizip II kann in allen Kasus vorkommen.
Beispielsätze:
Nominativ: Ein falsch geparktes Auto wurde abgeschleppt.
Akkusativ: Wir suchen einen geöffneten Supermarkt.
Dativ: Mit einem abgeschlossenen Studium findet man leicht eine Arbeit.
Genitiv: Der Autor der gestern veröffentlichten Studie ist Professor in Köln.

Erweiterte Partizipialattribute mit Partizip II
Da Partizipien von einem Verb gebildet werden, können die Partizipien die Ergänzungen des Verbs behalten und mit diesen ein erweitertes Attribut bilden. Durch erweiterte Partizipialattribute kann ein deutscher Satz sehr lang und komplex werden. Besonders in wissenschaftlichen Fachtexten ist das oft der Fall.
Beispiel:
eine Studie
eine veröffentlichte Studie
eine von der Europäischen Union veröffentlichte Studie
eine letzte Woche von der Europäischen Union veröffentlichte Studie
eine letzte Woche von der Europäischen Union in Brüssel veröffentlichte Studie

Nominalisierung des Partizips II
Man kann das Partizip II nominalisieren.
Beispiel:
Infinitiv – Partizip II – Nomen
verletzen – verletzt – der Verletzte, die Verletzte, die Verletzten (Pl.)
Das nominalisierte Partizip II kann in allen Kasus vorkommen.
Beispielsätze:
Nominativ: Der Verletzte wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht.
Akkusativ: Der Arzt untersuchte den Verletzten.
Dativ: Die Krankenschwester sprach mit dem Verletzten.
Genitiv: Die Frau des Verletzten wurde informiert.



Donnerstag, 4. Dezember 2014

Verben mit zwei Partizip-II-Formen




Zu einigen Verben gibt es zwei Partizip-II-Formen. Das hat unterschiedliche Gründe.

Das Verb hängen
Das Verb hängen, das man transitiv und intransitiv benützen kann, hat ein regelmäßiges und ein unregelmäßiges Partizip.
Beispiel: Partizip II von hängen
transitiv („Richtung“) = gehängt: Ich habe die Jacke in den Schrank gehängt.
intransitiv („Position)“ = gehangen: Die Jacke ist (hat) im Schrank gehangen.

Verben mit zwei Bedeutungen
Einige Verben mit zwei Bedeutungen haben ebenfalls zwei Partizipien.
schleifen
1. „glatt machen“ = geschliffen: Das Wasser hat die Steine glatt geschliffen.
2. „hinter sich herziehen“ = geschleift: Er hat den Sack hinter sich her geschleift.
bewegen
1. “veranlassen“ = bewogen: Niemand weiß, was ihn zu dieser Tat bewogen hat.
2. „Position verändern“ = bewegt: Er hat sich im Urlaub keinen Meter bewegt.
schaffen
1. „produzieren (Kunst)“ = geschaffen: Der Maler hat ein großes Werk geschaffen.
2. „erfolgreich beenden“ = geschafft: Er hat die Prüfung beim ersten Mal geschafft.
scheren
1. „Schafe rasieren“ = geschoren: Im Frühling werden die Schafe geschoren.
2. „sich kümmern“ = geschert: Er hat sich nicht um seine Kinder geschert.
wiegen
1. „Gewicht messen“ = gewogen: Sie hat das Baby gewogen.
2. „hin und her bewegen“ = gewiegt: Sie hat das Baby gewiegt.

Unregelmäßige Verben im Übergang
Bei einigen wenig benutzten unregelmäßigen und gemischten Verben wird heute meist eine regelmäßige Form gebraucht, so dass eine alte unregelmäßige Form, die man besonders in älteren Texten findet, neben einer aktuellen regelmäßigen Form existiert. Diese Verben könnte man als unregelmäßige Verben im Übergang bezeichnen.
Beispiel: speisen (unregelmäßiges Verb im Übergang)
unregelmäßig (alt): ich habe gespiesen
regelmäßig: ich habe gespeist
Beispiel: senden (gemischtes Verb im Übergang)
gemischt (alt): ich habe gesandt
regelmäßig: ich habe gesendet
Achtung: Das gilt nur für die Bedeutung “schicken” des Verbs senden. In der Bedeutung “(Fernsehen, Radio) senden” wird das Verb nur regelmäßig konjugiert.
Beispiel:
“schicken”: Er hat den Brief durch einen Boten gesendet/(alt:) gesandt.
“senden”: Das Fernsehen hat das Spiel live gesendet.

Umgangssprachliche Partizipien
Bei einigen Verben werden in der Umgangssprache unregelmäßige Partizipien gebildet. Standardsprachlich ist das regelmäßige Partizip.
Beispiele: umgangssprachlich unregelmäßiges Partizip II
Infinitiv – umgangssprachlich – standardsprachlich
streifen – gestriffen – gestreift
winken – gewunken – gewinkt
niesen – genossen – geniest
schalten – geschalten – geschaltet
falten – gefalten – gefaltet
Zum Verb scheinen wird in der Umgangssprache gelegentlich ein regelmäßiges Partizip II gebildet. Standardsprachlich ist das unregelmäßige Partizip.
Beispiele: umgangssprachlich regelmäßiges Partizip II
Infinitiv – umgangssprachlich – standardsprachlich
scheinen – gescheint – geschienen




Dienstag, 2. Dezember 2014

Die Bildung des Partizips II






Das Partizip II wird auch als Partizip Perfekt bezeichnet. Bei der Bildung des Partizip II lassen sich drei Gruppen von Verben unterscheiden: regelmäßige Verben, unregelmäßige Verben und gemischte Verben.

Regelmäßige Verben
Regelmäßige Verben bilden das Partizip II mit der Endung -t. Der Stammvokal verändert sich nicht. Stammverben haben zusätzlich das Präfix ge-, trennbare Verben das Infix -ge-
Partizip II regelmäßiges Verb: (ge-) + Verbstamm (ohne Vokaländerung) + -t
Beispiel: Stammverb
Infinitiv: fragen
Partizip II: gefragt
Beispiel: trennbares Präfix
Infinitiv: abfragen
Partizip II: abgefragt
Beispiel: nicht trennbares Präfix
Infinitiv: befragen
Partizip II: befragt
Eine eigene Gruppe der regelmäßigen Verben bilden die Verben mit der Endung -ieren. Sie bilden das Perfekt wie Verben mit nicht trennbarem Präfix ohne -ge-.
Beispiel: Endung -ieren
Infinitiv: studieren
Partizip II: studiert
Partizipien regelmäßiger Verben mit der Stammendung -d, -t, -m, -n haben die Endung -et.
Beispiele:
Endung - Infinitiv - Partizip II
-d - reden - geredet
-t - arbeiten - gearbeitet
-m - atmen - geatmet
-n - rechnen - gerechnet
(Zur e-Erweiterung siehe auch im Kapitel „Die e-Erweiterung bei Verbstammendung auf -d und -t“)

Unregelmäßige Verben
Unregelmäßige Verben haben beim Partizip II immer die Endung -en. Der Stammvokal ändert sich bei manchen Verben. Stammverben haben zusätzlich das Präfix ge-, trennbare Verben das Infix -ge-.
Partizip II unregelmäßiges Verb: (ge-) + Verbstamm (mit/ohne Vokaländerung) + -en
Beispiel: Stammverb (keine Vokaländerung)
Infinitiv: fahren
Partizip II: gefahren
Beispiel: Stammverb (mit Vokaländerung)
Infinitiv: schreiben
Partizip II: geschrieben
Beispiel: trennbares Präfix (keine Vokaländerung)
Infinitiv: abfahren
Partizip II: abgefahren
Beispiel: trennbares Präfix (mit Vokaländerung)
Infinitiv: abschreiben
Partizip II: abgeschrieben
Beispiel: nicht trennbares Präfix (keine Vokaländerung)
Infinitiv: verfahren
Partizip II: verfahren
Beispiel: nicht trennbares Präfix (mit Vokaländerung)
Infinitiv: verschreiben
Partizip II: verschrieben

Gemischte Verben
Gemischte Verben bilden das Partizip II mit der Endung -t. Der Stammvokal verändert sich. Stammverben haben zusätzlich das Präfix ge-, trennbare Verben das Infix -ge-.
Partizip II gemischtes Verb: (ge-) + Verbstamm (mit Vokaländerung) + -t
Beispiel: Stammverb
Infinitiv: bringen
Partizip II: gebracht
Beispiel: trennbares Präfix
Infinitiv: beibringen
Partizip II: beigebracht
Beispiel: nicht trennbares Präfix
Infinitiv: verbringen
Partizip II: verbracht