Dienstag, 27. Mai 2014

Besonderheiten der Konjugation im "Präsens"

Präsens – Endung -eln 

Wenn das Verb auf –eln endet, verliert die 1. Person Singular ein –e. Alle anderen Formen sind regelmäßig.
Beispiel: sammeln – ich samm
ele – ich sammle

Singular
ich sammle
du sammelst
er, sie, es sammelt
Plural
wir sammeln
ihr sammelt
sie sammeln

Präsens – Stammendung s-Laut

 Wenn der Verbstamm auf s-Laut endet, verliert die 2. Person Singular das –s. Alle anderen Formen sind regelmäßig.
Beispiel: reisen – du reis-
st – du reist

Singular
ich reise
du reist
er, sie, es reist
Plural
wir reisen
ihr reist
sie reisen

Zu den s-Lauten gehören die Endungen: -s, -ss, -ß, -z, -tz, -x, -chs
Beispiele: Verbstammendung aus -s-Laut
reis-en – du reist
ess-en – du isst
heiß-en – du heißt
tanz-en – du tanzt
sitz-en – du sitzt
box-en – du boxt
wachs-en – du wächst

Präsens – Stammendung -d und -t

 Bei Verben, deren Verbstamm auf -d oder -t endet wird bei der 2. und 3. Person Singular und bei der 2. Person Plural zwischen dem Verbstamm und der Personenendung ein -e eingefügt. Man spricht von der „e-Erweiterung“.

Beispiel: warten (Stammendung -t)
ich warte
du wartest
er, sie, es wartet
wir warten
ihr wartet
sie warten

Beispiel: reden (Stammendung -d)
ich rede
du redest
er, sie, es redet
wir reden
ihr redet
sie reden

Präsens – Stammendung -d und -t mit Umlaut oder Ablaut

 Bei Verben mit der Stammendung-t oder -d, deren Präsensstamm umgelautet oder abgelautet wird, bleibt die zweite Person Singular ohne e-Erweiterung. Verben, deren Stamm auf –t endet, verlieren die Endung der dritten Person. Die zweite Person Plural bekommt eine “e-Erweiterung”.

Beispiel: raten (Stammendung -t, Umlaut)
ich rate
du rätst
er, sie, es rät
wir raten
ihr ratet
sie raten

Beispiel: einladen (Stammendung -d, Umlaut)
ich lade ein
du lädst ein
er, sie, es lädt ein
wir laden ein
ihr ladet ein
sie laden ein

Beispiel: gelten (Stammendung -t, Ablaut)
ich gelte
du giltst
er, sie, es gilt
wir gelten
ihr geltet
sie gelten

Beispiel: treten (Stammendung -t, Ablaut)
ich trete
du trittst
er, sie, es tritt*
wir treten
ihr tretet
sie treten
*Das zweite –t entsteht durch die Kürzung des Vokals.

Präsens – Stammendung -m und -n

 Verben, deren Verbstamm auf –m oder n endet, erhalten eine “e-Erweiterung”.

Beispiel: atmen (Stammendung -m)
ich atme
du atmest
er, sie, es atmet
wir atmen
ihr atmet
sie atmen

Beispiel: öffnen (Stammendung -n)
ich öffne
du öffnest
er, sie, es öffnet
wir öffnen
ihr öffnet
sie öffnen
Das gilt aber nicht für Doppelkonsonant -m bzw. -n, die zur Kürzung des Vokals dienen und auch nicht, wenn vor -m oder -n ein -l oder -r steht. Alle diese Verben werden im Präsens ohne e-Erweiterung konjugiert.

Beispiel: kommen (Doppelkonsonant -mm, kurzer Stammvokal)
ich komme
du kommst
er, sie, es kommt
wir kommen
ihr kommt
sie kommen

Beispiel: rennen (Doppelkonsonant -nn, kurzer Stammvokal)
ich renne
du rennst
er, sie, es rennt
wir rennen
ihr rennt
sie rennen

Beispiel: lernen (Stammendung -rn)
ich lerne
du lernst
er, sie, es lernt
wir lernen
ihr lernt
sie lernen

Beispiel: wärmen (Stammendung -rm)
ich wärme
du wärmst
er, sie, es wärmt
wir wärmen
ihr wärmt
sie wärmen

Beispiel: qualmen (Stammendung -lm)
ich qualme*
du qualmst*
er, sie, es qualmt
wir qualmen*
ihr qualmt*
sie qualmen
*qualmen (1. und 2. Person umgangssprachlich für rauchen)

Präsens – Stammendung -m und -n

Verben, deren Verbstamm auf –m oder n endet, erhalten eine “e-Erweiterung”.

Beispiel: atmen (Stammendung -m)
ich atme
du atmest
er, sie, es atmet
wir atmen
ihr atmet
sie atmen

Beispiel: öffnen (Stammendung -n)
ich öffne
du öffnest
er, sie, es öffnet
wir öffnen
ihr öffnet
sie öffnen
Das gilt aber nicht für Doppelkonsonant -m bzw. -n, die zur Kürzung des Vokals dienen und auch nicht, wenn vor -m oder -n ein -l oder -r steht. Alle diese Verben werden im Präsens ohne e-Erweiterung konjugiert.

Beispiel: kommen (Doppelkonsonant -mm, kurzer Stammvokal)
ich komme
du kommst
er, sie, es kommt
wir kommen
ihr kommt
sie kommen

Beispiel: rennen (Doppelkonsonant -nn, kurzer Stammvokal)
ich renne
du rennst
er, sie, es rennt
wir rennen
ihr rennt
sie rennen

Beispiel: lernen (Stammendung -rn)
ich lerne
du lernst
er, sie, es lernt
wir lernen
ihr lernt
sie lernen

Beispiel: wärmen (Stammendung -rm)
ich wärme
du wärmst
er, sie, es wärmt
wir wärmen
ihr wärmt
sie wärmen

Beispiel: qualmen (Stammendung -lm)
ich qualme*
du qualmst*
er, sie, es qualmt
wir qualmen*
ihr qualmt*
sie qualmen
*qualmen (1. und 2. Person umgangssprachlich für rauchen)



 


Sonntag, 18. Mai 2014

Die Konjugation: Präsens (Übersicht)

Regelmäßige Verben
Regelmäßige Verben verändern den Stammvokal nicht. Die Form wird gebildet aus Verbstamm + Personenendung.

Beispiel: fragen
ich frag-e
du frag-st
er, sie, es frag-t
wir frag-en
ihr frag-t
sie frag-en

Unregelmäßige und gemischte Verben
Einige unregelmäßige Verben verändern den Stammvokal in der 2. und 3. Person Präsens Singular.

Beispiel: fahren
ich fahre
du fährst
er, sie, es fährt
wir fahren
ihr fahrt
sie fahren

Viele unregelmäßige und gemischte Verben sind aber im Indikativ Präsens regelmäßig. Die Unregelmäßigkeit dieser Verben kann man nur im Perfekt und Präteritum erkennen.
Beispiel: kommen (Präsens=regelmäßig!)
ich komme
du kommst
er kommt
wir kommen
ihr kommt
sie kommen

Beispiel: bringen (Präsens=regelmäßig!)
ich bringe
du bringst
er, sie, es bringt
wir bringen
ihr bringt
sie bringen

Donnerstag, 8. Mai 2014

Die regelmäßige und unregelmäßige Konjugation der Verben

Die Konjugation ist die Veränderung der Verbformen hinsichtlich Person, Zahl, Zeit, etc. Im deutschen Konjugationssystem kann man drei Haupttypen von Verben unterscheiden: regelmäßige Verben, unregelmäßige Verben und Verben mit gemischter Konjugation

Regelmäßige, unregelmäßige und gemischte Verben
Regelmäßige Verben verändern den Stammvokal bei der Konjugation nie.

Beispiel: regelmäßiges Verb
ich mache – ich machte – ich habe gemacht
Unregelmäßige Verben ändern den Stammvokal und haben im Präteritum und beim Partizip Perfekt teilweise andere Endungen als die regelmäßigen Verben.

Beispiel: unregelmäßiges Verb
ich gehe – ich ging – ich bin gegangen
Gemischte Verben ändern ebenfalls den Stammvokal, haben aber regelmäßige Endungen.

Beispiel: gemischtes Verb
ich denke – ich dachte – ich habe gedacht 

Unregelmäßige Verben im Übergang
Bei einigen wenig benutzten unregelmäßigen und gemischten Verben wird im Präteritum und beim Partizip II heute meist eine regelmäßige Form gebraucht, so dass eine alte unregelmäßige Form, die man besonders in älteren Texten findet, neben einer aktuellen regelmäßigen Form existiert. Diese Verben könnte man als unregelmäßige Verben im Übergang bezeichnen.

Beispiel: unregelmäßiges Verb im Übergang – speisen
unregelmäßig (alt): ich speise – ich spies – ich habe gespiesen
regelmäßig (aktuell): ich speise – ich speiste – ich habe gespeist

Beispiel: gemischtes Verb im Übergang -senden
gemischt (alt): ich sende – ich sandte – ich habe gesandt
regelmäßig (aktuell): ich sende – ich sendete – ich habe gesendet

Verben mit zwei Bedeutungen
Achtung: Die Verben im Übergang muss man von den Verben unterscheiden, bei denen eine regelmäßige bzw. unregelmäßige Variante mit verschiedener Bedeutung existiert.

Beispiel: Verb mit zwei Bedeutungen – schleifen
unregelmäßig („glatt machen“): ich schleife – ich schliff – ich habe geschliffen
regelmäßig („hinter sich her ziehen“): ich schleife – ich schleifte – ich habe geschleift